Jobmesse: Als Fachinformatiker zur Berufsfeuerwehr?

Eingetragen bei: Allgemein | 0

Krankenpfleger, Fachinformatiker, Hebamme oder PTA: Wer längerfristig in Deutschland bleiben und Aussicht auf einen gut bezahlten Arbeitsplatz haben möchte, kommt um eine Ausbildung oder ein Studium nicht herum. Um sich über die verschiedenen Berufsbilder zu informieren, Anforderungen zu erfragen oder bei ganz konkreten Vorstellungen Kontakte mit Unternehmen zu knüpfen, besuchten zehn Geflüchtete und zwei Ehrenamtler der Flüchtlingsinitiative Weilerswist am 3. Februar die Messe Einstieg Köln 2018.

 

Gruppenfoto vor der Messehalle
Auf zur „Einstieg Köln 2018“!
Jobinfo auf Persisch.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nicht nur die Gespräche mit aufgeschlossenen Personalern und auskunftswilligen Azubis boten Einblicke in die Praxis: Bei der Berufsfeuerwehr Köln beispielsweise gab es etliche Stationen, die zur Selbsterfahrung einluden. Einmal vom Leiterwagen abseilen lassen, auch wenn man eigentlich Krankenpfleger werden will? Kein Problem. „Vielleicht ist ja die Ausbildung zum Rettungssanitärer bei uns interessant“, wirbt der Ausbildungsleiter. Mit dem Berufsziel Fachinformatiker in voller Einsatzmontur durch den Übungstunnel robben? Auch das. „Wir brauchen ja nicht nur Einsatzkräfte“, ermuntert der Berufsfeuerwehrmann. „Sondern stellen auch ausgebildete Fachinformatiker für Systemintegration ein. Was glauben Sie, wie viel Technik in unseren Leitständen einwandfrei funktionieren muss?“

Knifflig: Der Ausstieg aus dem Übungstunnel.
Abseilen vom Leiterwagen.

 

Spektrum schafft Perspektiven

„Es war ein sehr informative Veranstaltung mit guten Gesprächen. Auch das Konzept ist aufgegangen: Die jungen Leute konnten selbstständig ihre Fragen anbringen, bei Bedarf haben wir unterstützt“, resümiert Organisatorin Ute Brüggemann. „Im nächsten Jahr wollen wir die Messe mit weiteren ausbildungsreifen Kandidatinnen und Kandidaten auf jeden Fall wieder besuchen.“ „Die Bandbreite der vorgestellten Berufe schafft neue Perspektiven“, ergänzt Begleiter Christian Grohmann. „Stelle ich beispielsweise fest, dass es für die pharmazeutisch-technische Assistentin nur bezahlte schulische Ausbildungen gibt, kann ich am Nachbarstand andere Gesundheitsberufe mit bezahlter dualer Ausbildung kennen lernen, wie etwa die operationstechnische Assistentin.“

Das gleiche gilt für die Ausbildungsbetriebe. Da gibt es in der Informationstechnik nicht nur Siemens oder die Telekom, sondern beispielsweise auch die international weniger bekannten Berufsgenossenschaften. Fest steht: Ein gutes Deutschniveau mit mindestens B1 oder B2 ist hier wie dort nötig – auch wenn sich wie beim Drogisten Rossmann zwei Standbetreuer als Farsi-Muttersprachler herausstellen. Und natürlich werden die zugezogenen Bewerber und Bewerberinnen um das eine oder andere Praktikum nicht herum kommen. Erste Kontakte sind schon einmal hergestellt.

Rettungsgeschirr anlegen.
Auch die Polizei bildet aus.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Nicht aufgeben
Kleine Dämpfer mussten zwei Teilnehmer verkraften, für die einfach nicht die richtigen Branchen vertreten waren. Im einen Fall nicht sonderlich tragisch: Nach Anerkennung seines Bachelor-Abschlusses aus seinem Herkunftsland suchte der junge Chemiker lediglich eine besser bezahlte Arbeitsstelle. Der Zweite hielt vergeblich nach Handwerksbetrieben Ausschau, die lediglich von ihrer Kammer repräsentiert wurden. Für ihn und alle anderen Interessenten dürfte die Börse „Ausbildung to go“ am 21. Februar im Euskirchener Kreishaus eine gute Anlaufstelle sein.